Gehölzansaatenzählen zu den komplexesten und anspruchvollsten Begrünungsverfahren, auf die sich das Unternehmen BENDER spezialisiert hat. Fundierte Standort- und Artenkenntnisse vorausgesetzt, führen Gehölzansaaten zu natürlichen Baum- und Strauchbeständen von hohem ästhetischem, ökologischem und sicherungstechnischem Wert.Gehölzsaatgut wird zusammen mit weiteren Zuschlagstoffen per Nassansaat ausgebracht (technisches Verfahren siehe Kapitel "Anspritzbegrünung").

Von besonderer Bedeutung für eine Erfolg versprechende Gehölzansaat ist - neben der einzusetzenden Begrünungsrezeptur - die Bodenart, also die Korngrößenverteilung. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass möglichst grobe, nicht bindige Rohböden (steinig, grusig, schotterig, sandig-kiesig, felsig-klüftig) zur Verfügung stehen; aufbindigen Rohbodenstandorten sowie auf Oberböden sind Gehölzansaaten meist nicht Erfolg versprechend, da hier Keimlinge und Jungpflanzen von konkurrenzstarkem krautigem Spontanbewuchs unterdrückt werden. Oberbodenandeckungen sind mithin weder sinnvoll noch erforderlich, weshalb Gehölzansaaten eine sehr interessante und kostengünstige Alternative für Rohbodenstandorte darstellen.

Wo immer verfügbar, ist die Verwendung von Gehölzsaatgut aus dem jeweiligen Naturraumunbedingt zu empfehlen. So ist eine optimale Standortanpassung gewährleistet, und die Überformung der regionalen Gehölzflora wird vermieden.

Gehölzansaaten stellen eine kostengünstige und sinnvolle Alternative für Pflanzungen imVerkehrswege-, Wasser-und Landschaftsbau sowie bei der Rekultivierung von Halden, Bergbaufolgelandschaften, Steinbrüchen,Sand- und Kiesgruben dar.

Vorteile von Gehölzansaaten gegenüber Pflanzungen

  • Kein Verpflanzungsschock
  • Geringe Ausfallraten (im Gegensatz zu Pflanzungen mit oft extrem hohen Verlustendurch Anpassungsschwierigkeiten an den neuen Standort)
  • Keimende und aufwachsende Junggehölzekönnen sich von Beginn anauf dieStandortverhältnisse einstellen
  • Kaum Wuchs- und Entwicklungsdepressionen, bessere Vitalität
  • Entwicklung eines standortgerechten, tiefgründigen Wurzelwerks, kein „Blumentopfeffekt"; dadurch optimale Ausnutzung von Wasser- und Nährstoffressourcen
  • Ausgesäte Gehölze entwickeln sich zu natürlichen, stabilen Beständen
  • Begründung besonders artenreicher Bestände mit hohem Strauchanteil problemlos möglich (naturschutzfachlicher Wert!)
  • Beimischung von Pioniergehölzen ist ohne Weiteres möglich und sinnvoll
  • Kostengünstige Methode mit speziellen und vielfach bewährten Begrünungsrezepturen nach dem BENDER-Verfahren

Welche Arten eignen sich?

In der freien Landschaft dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetzk eine exotischen bzw. nicht heimischen Gehölzarten oder Zuchtsorten verwendet werden. Es sollten generell, soweit verfügbar, möglichst nur standortheimische Herkünfte ausgeschrieben werden. Auch auf exotische, im Forstbereich zugelassene Arten (z. B. Robinie, fälschlich auchals Akazie bezeichnet, Douglasie, Weymouthkiefer, Japanische Lärcheetc.) sollte möglichst verzichtet werden.

Saatgut von Weiden (Salix spec.) und Pappeln (Populus spec.) ist aufgrund fehlender Lagerfähigkeit nicht erhältlich. (Achtung! Gerne werden Projektbilder mit angeblich ausgesäten Weiden und Pappeln gezeigt. Hierbei handelt es sich stets um Spontanwuchs!)

Große, schwere Samen (z.B. Eicheln, Haselnüsse etc.) können aus technischen Gründen oft nicht per Nassansaat appliziert werden bzw. rollen beim Auftreffen auf Böschungsflächen zum Böschungsfuß. Solches Saatgut sollte, falls unverzichtbar, daher besser von Hand gesteckt werden

Was bei Gehölzansaaten unbedingt zu beachten ist!

Zahlreiche, durch die Begrünungsrezeptur steuerbare Faktoren beeinflussen neben standörtlichen Gesichtspunkten den Erfolg einer Gehölzansaat. Art und Menge wichtiger Komponenten wie Haupt- und Beisaat, Nährstoffträger, Mulchfasern und Bodenverbesserungsmittelbedürfen einer sorgfältigen, gezieltenAuswahl und Festsetzung.

Auch die Pflege von Gehölzansaatflächen unterscheidet sich deutlich von derjenigen auf Pflanz- oder Grünlandflächen. So darf z. B.eine Mahdgar nicht oder erst dann mit dem Freischneider erfolgen, wenn die Gehölze eine entsprechende Mindesthöhe erreicht haben und problemlos erkennbar sind. Diese Zeitspanne kann - je nach Standort und Artenspektrum - sehr unterschiedlich sein und beträgt meistens mehrere Jahre.

Aufgrund z. T. sehr langer Keimungs- und Entwicklungszeiten kann der Erfolg einer Gehölzansaat oft erst nach mehreren Vegetationsperioden abschließend bewertet werden.