Gehölzansaaten zählen zu den komplexesten und anspruchvollsten Begrünungsverfahren, auf die sich das Unternehmen BENDER seit über 30 Jahren erfolgreich spezialisiert und hier Maßstäbe gesetzt hat. Fundierte Standort- und Artenkenntnisse vorausgesetzt, führen Gehölzansaaten zu natürlichen Baum- und Strauchbeständen von hohem ästhetischen, ökologischen und sicherungstechnischen Wert. Gehölzsaatgut wird zusammen mit weiteren Zuschlagstoffen per Nassansaat ausgebracht (technisches Verfahren siehe Kapitel "Anspritzbegrünung").

Von besonderer Bedeutung für eine Erfolg versprechende Gehölzansaat ist, dass möglichst grobe, skelettreiche (steinige, grusige, schotterige, sandig-kiesige, felsig-klüftige) Rohböden zur Verfügung stehen. Auf bindigen Rohbodenstandorten führen Gehölzansaaten nicht immer zum gewünschten Erfolg. Auf humosen Oberböden sind Gehölzansaaten in der Regel nicht zu empfehlen, da hier rasch aufkommende, konkurrenzstarke krautige Vegetation den Gehölzaufwuchs weitgehend unterdrückt. Oberbodenandeckungen sind mithin weder sinnvoll noch erforderlich!

Gehölzansaaten stellen eine kostengünstige und sinnvolle Alternative zu Pflanzungen im Verkehrswege- und Landschaftsbau sowie bei der Rekultivierung von Deponien und Halden, Bergbaufolgelandschaften, Altlasten, Steinbrüchen, Sand- und Kiesgruben dar.

Wo immer verfügbar, ist die Verwendung von Gehölzsaatgut aus dem jeweiligen Naturraum (Regio-Saat) unbedingt zu empfehlen. So ist eine optimale Standortanpassung gewährleistet, und die Überformung der regionalen Gehölzflora wird vermieden. 

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Eigene Publikation herunterladen

Gehölzansaaten als naturnahe und wirtschaftliche Alternative zur Pflanzung. Veröffentlicht in: Naturschutz und Landschaftsplanung 46 (7), 2014, S. 211-218

Hier die Gehölzliste zur Publikation mit detaillierten Informationen zu jeder Art (Download auch auf: nul-online.de)

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Vorteile von Gehölzansaaten gegenüber Pflanzungen

  • Kein Verpflanzungsschock
  • Geringe Ausfallraten (im Gegensatz zu Pflanzungen mit oft extrem hohen Verlusten, insbesondere durch sommerliche Trockenperioden und durch Anpassungsschwierigkeiten an den neuen Standort)
  • Keimende und aufwachsende Junggehölze können sich von Beginn an auf die Standortverhältnisse einstellen
  • Kaum Wuchs- und Entwicklungsdepressionen, bessere Vitalität
  • Entwicklung eines standortgerechten, tiefgründigen Wurzelwerks, kein Grenzflächen- oder "Blumentopfeffekt"; dadurch optimale Ausnutzung von Wasser- und Nährstoffressourcen
  • Ausgesäte Gehölze entwickeln sich zu natürlichen, ästhetisch ansprechenden und stabilen Beständen
  • Begründung besonders artenreicher Bestände mit hohem Strauchanteil problemlos möglich (Vogelschutzgehölze, naturschutzfachlicher Wert!)
  • Beimischung von Pioniergehölzen ist ohne Weiteres möglich und sinnvoll
  • Gehölzansaaten sind auf skelettreichen bis felsigen Rohböden problemlos möglich, wo Gehölzpflanzungen schon aus technischen Gründen kaum realisierbar sind
  • Durch den Verzicht auf Oberbodenandeckungen wird das Erosionsrisiko stark reduziert, und
  • eine starke Verunkrautung durch unerwünschten Spontanwuchs wird vermieden
  • Gehölzansaaten sind kostengünstiger als flächige Pflanzungen
  • Geringe Pflegekosten
  • Wirtschaftliche Methode mit speziellen und standortadaptierten Begrünungsrezepturen nach dem vielfach bewährten BENDER-Verfahren

Welche Arten eignen sich?

In der freien Landschaft dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) keine exotischen bzw. nicht heimischen Gehölzarten oder Zuchtsorten verwendet werden. Es sollten generell, soweit verfügbar, möglichst nur standortheimische, regionale Herkünfte eingesetzt werden. Auch auf exotische, im Forstbereich zugelassene Arten (z. B. Robinie, die fälschlich oft auch als Akazie bezeichnet wird, Douglasie, Weymouthkiefer, Japanische Lärche etc.) sollte möglichst verzichtet werden.

Saatgut von Weiden (Salix spec.) und Pappeln (Populus spec.) ist nur kurze Zeit keimfähig und daher aufgrund mangelnder Lagerfähigkeit kaum erhältlich. Achtung! Gerne werden Projektbilder mit angeblich ausgesäten Weiden und Pappeln gezeigt. Hierbei handelt es sich stets um Spontanwuchs!

Große, schwere Samen (z.B. Eicheln, Haselnüsse etc.) können aus technischen Gründen meist nicht per Nassansaat appliziert werden bzw. rollen beim Auftreffen auf Böschungsflächen zum Böschungsfuß. Solches Saatgut sollte, falls unverzichtbar, daher von Hand gesteckt werden.

Bei der Zusammenstellung der Gehölzsaatmischung sollte stets die biotoptypengerechte Zielvegetation maßgebend sein.

Was bei Gehölzansaaten unbedingt zu beachten ist!

Zu beachten sind die vergleichsweise langen Dormanzen (Keimruhen) der Samen vieler Gehölzsarten bis zur Überwindung der natürlichen Keimhemmung (Stratifikation); der Erfolg einer Gehölzansaat kann daher naturgemäß oft erst nach mehreren Vegetationsperioden abschließend bewertet werden. Neben standörtlichen und witterungsbedingten Aspekten beeinflussen zahlreiche, z. T. durch die Begrünungsrezeptur steuerbare Faktoren den Erfolg einer Gehölzansaat. Art und Menge wichtiger Komponenten wie Haupt- und Beisaat, Nährstoffträger, Mulchfasern und Bodenverbesserungsmittel bedürfen deshalb einer sorgfältigen und gezielten Auswahl. Entscheidend für den Vorteil von Gehölzansaaten gegenüber Pflanzungen ist unter anderem, dass die anfängliche - in erster Linie durch die Dormanzen bedingte - langsame Entwicklung mehr als kompensiert wird!

Im Gegensatz zu Gehölzpflanzungen bedürfen Gehölzansaaten gewöhnlich keiner oder nur sehr extensiver Pflege. Die Rohbodensituation verhindert in der Regel eine ernsthaft konkurrierende Krautschicht; eine Mahd ist daher meist überflüssig und darf ohnehin gar nicht oder erst dann mit dem Freischneider erfolgen, wenn die Gehölze eine entsprechende Mindesthöhe erreicht haben und problemlos erkennbar sind. In seltenen Fällen kann auf extrem armen Standorten eine Nachdüngung sinnvoll sein. Auslichtungsmaßnahmen sind meist nicht erforderlich, da Pioniergehölze nach einigen Jahren von wüchsigeren Arten verdrängt werden. Zur Förderung bestimmter Zielarten ist unter Umständen eine fachgerechte Auslichtung zu empfehlen.