Begrünungen im Druschgut- und Heumulchverfahren

Neben den ingenieurbiologischen (erosionsschutztechnischen) Anforderungen an eine Begrünung gewinnen Biotopfunktion, Biodiversität und die naturschutzfachliche Qualität der zu rekultivierenden Flächen immer mehr an Bedeutung. Zur Wahrung der biologischen und genetischen Vielfalt als zentrales und im Bundesnaturschutzgesetz verankertes Ziel des Umweltschutzes ist es unbedingt zu empfehlen, bei Begrünungen in der freien Landschaft so genanntes naturraumtreues Saatgut von geeigneten Spenderflächen aus der Region statt züchterisch bearbeitetes, artenarmes Regelsaatgut zu verwenden. Dadurch ist eine optimale Eignung der eingesetzten Arten und Vegetationsgemeinschaften für die lokalen Standorteigenschaften gesichert, und lokale Sippen, Klein- und Unterarten werden erhalten bzw. gefördert (der Einsatz von Regiosaatgut ist daher in naturschutzfachlicher Hinsicht kein hinreichender Ersatz für naturraumtreues Saatgut!). Ohne entsprechende Expertenkenntnisse, langjährige Erfahrung und Spezialtechnik können diese Leistungen nicht realisiert werden.

Wir erhalten und vermehren, was die Natur im Laufe von Jahrtausenden geschaffen hat. Mit dem Einsatz spezieller Verfahren. Wir schaffen wertvolle Biotope aus zweiter Hand!

Das Ziel von Begrünungen im Druschgut- und Heumulchverfahren ist - neben dem Erosionsschutz - die Etablierung ökologisch wertvoller Pflanzengesellschaften standortheimischer Herkunft im Rahmen von Baumaßnahmen und Renaturierungsprojekten. Diese auch funktional besonders effektiven Begrünungsverfahren sind zur Sicherung und Wahrung der genetischen Vielfalt inzwischen unentbehrlich geworden. Voraussetzung ist die sorgfältige Auswahl geeigneter, ökologisch möglichst wertvoller Spenderflächen. Speziell bei umstrittenen Bau- und Renaturierungsprojekten wird durch die Anwendung dieser Verfahren eine größere öffentliche Akzeptanz erzielt. Prominente Beispiele sind Großprojekte wie die Etablierung von Tieflandheide auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens, die Rückverwandlung ehemaliger Fichtenmonokulturen in Hochlandheide im Sauerland oder die großflächige Begrünung von Flussdeichen mit artenreichen Beständen. Die beschriebenen Verfahren zählen zu den wenigen Ansaattechniken, die nicht gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen!

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Eigene Publikationen herunterladen

 

Eine unserer Publikationen zum Heudrusch®-Verfahren, veröffentlicht in: Soil-Bioengineering: Ecological Restoration with Native Plant and Seed Material. Conference volume, HBLFA Raumberg-Gumpenstein (Austria), 5-9 Sept. 2006, page 230-231 (deutsche Übersetzung; Originaltext siehe englische Version dieser Website).

 

Bloemer, S., Egeling, S. und Schmitz, U. (2007): Deichbegrünungsmethoden im Vergleich: Sodenverpflanzung, Heudrusch®-Verfahren und Handelssaatgut im Hinblick auf Biodiversität, Natur- und Erosionsschutz.- Natur und Landschaft 82/2007, Heft 6, S. 276-283.

 

Bloemer, S. (2016): Begrünungen mit Regiosaatgut und naturraumtreuem Saatgut aus Sicht der Praxis.- Straße und Autobahn 11/2016, S. 903-910.

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Erosionsschutz und Biodiversität

Nur autochthones Saatgut bzw. Saatgut aus dem Naturraum des jeweiligen Bauvorhabens (naturraumtreues Saatgut) ist an die spezifischen Standortbedingungen optimal angepasst. Da es artenreichen und hochwertigen Beständen entstammen sollte, bildet es ein besonders intensives, dynamisches und leistungsstarkes Wurzelwerk. Dies bedeutet optimaler Erosionsschutz, was in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen aus Deutschland und den Niederlanden bestätigt wird!

Ökologisch und ökonomisch

Die Druschgut- oder Heumulchaufbringung erfolgt direkt auf die Begrünungsfläche. Die kostenintensive Andeckung mit Oberboden sollte komplett entfallen. Düngemittel sollten eher sparsam eingesetzt werden; eine Nachdüngung ist nicht erforderlich. Die geringe Biomassebildung bedingt einen z. T. deutlich niedrigeren Pflegeaufwand. Selbst während des Baufortschritts kann eine Begrünung mit diesen Verfahren realisiert werden. Die v. a. langfristige Kostenersparnis gesellt sich bei diesen Ansaatmethoden zu den überwältigenden ökologischen und funktionalen Vorteilen und macht diese Begrünungsverfahren zur ersten Wahl. Informationen über die Ansaattechnik finden Sie in der Rubrik Nassansaat.

Druschgut- und Heumulchverfahren: Nur so sind gesetzeskonforme Begrünungen überhaupt möglich!

Das deutsche Bundesnaturschutzgesetz untersagt die Ausbringung gebietsfremder Pflanzen und Zuchtsorten in der freien Landschaft, weil die begründete Gefahr einer Verfälschung der heimischen Pflanzenwelt besteht. Durch die Aufbringung von Saatgut mittels Druschgut- und Heumulchverfahren sind wir in der Lage, die gesetzlichen Anforderungen vollständig zu erfüllen. Hinweis: Bei den üblichen Regelsaatgutmischungen der RSM-Rasen handelt es sich immer um Zuchtsorten und gebietsfremde Herkünfte!

Unsere Leistungen für Sie

Unser Leistungspaket umfasst die komplette Projektdurchführung von der Beratung über die landschaftspflegerische Begleit- und Ausführungsplanung bis zur Realisierung und Pflege. Auf Wunsch führen wir auch floristische Begleituntersuchungen durch. Wir stimmen die Ansaat mit den zuständigen Fachbehörden ab und erstellen dementsprechend einen Pflege- und Entwicklungsplan. Dazu gehören selbstverständlich auch Suche, Auswahl und Sicherung geeigneter Spenderflächen nach naturräumlichen Erfordernissen sowie Ernte und Aufbereitung des Heumulch- bzw. Druschgutes. Ihr ökologisch-innovatives Rekultivierungsprojekt ist bei uns in besten Händen!

  • Abstimmung mit Fachbehörden
  • Ermittlung, Auswahl und Sicherung geeigneter Spenderflächen nach naturräumlichen Erfordernissen
  • Bestimmung der optimalen Erntezeitpunkte
  • Bergung und Aufbereitung des Heumulchs bzw. Druschguts
  • Evtl. Bereitstellung von Ammen- bzw. Ergänzungssaatgut
  • Qualitätssicherung
  • Fachgerechte Ausführung der Ansaat
  • wissenschaftliche Projektdokumentation

Die Vorteile von Druschgut- und Heumulchbegrünungen:

  • sofortige Erosionsschutz- und Mulchwirkung
  • gesicherte Saatgutherkünfte
  • sichere Übertragung der Vegetation von Spenderflächen
  • auch regionale "Raritäten" (z.B. Rote-Liste-Arten) werden übertragen
  • Übertragung von regionalen Kleinarten sowie Moosen, Flechten, Kleintieren und Mikroorganismen (= Impfung!)
  • Etablierung von Beständen mit hohem naturschutzfachlichen Wert
  • Erhaltung und Förderung der Biodiversität
  • problemlose Applikation per Nassansaat oder Gebläse
  • hoher ästhetischer Wert durch meist ausgeprägten Blühaspekt
  • sinnvolle Nutzung wertvoller, artenreicher Grünlandbestände
  • Nachreifung der zur Ernte evtl. noch nicht ausgereiften Samen
  • tiefe und diversifizierte Wurzelbildung
  • sichere Pflanzenentwicklung auf Rohböden (ohne Oberbodenandeckung)