Ohne detaillierte Standortkenntnisse besteht die Gefahr, dass das Ergebnis einer Begrünungsmaßnahme oder Böschungssicherung mangelhaft ist und seine Funktion nicht erfüllt. Leider kann relativ häufig beobachtet werden, dass die Verwendung von billigem, aber ungeeignetem und nicht standortgerechtem Saatgut zu schlechten Auflaufergebnissen oder langfristig mangelhaften Begrünungsergebnissen führt. Gleichfalls fallen immer wieder Böschungsbereiche auf, die trotz ingenieurbiologischer Sicherung Schäden wie z. B. Rutschungen und zahlreiche Erosionsrinnen aufweisen.

Meist sind bauseits unzureichend vorbereitete Flächen, ungeeignetes Saatgut und mangelnde oder falsch eingesetzte Begrünungskomponenten bzw. untaugliche oder nicht fachgerecht durchgeführte Sicherungsbauweisen der Grund.

Genaue Kenntnisse über die Standorteigenschaften zu rekultivierender, zu begrünender oder zu sichernder Bereiche tragen entscheidend zur Vermeidung mangelhafter Begrünungsergebnisse und Böschungssicherungen bei!

Die wichtigsten Standorteigenschaften im Überblick:

  • Hangneigung und -exponierung
  • Hanglänge
  • Klimatische und mikroklimatische Aspekte
  • Hydrologische Aspekte
  • Geologie (Ausgangsgestein)
  • Bodenart bzw. Korngrößenverteilung
  • Lagerung und Bodengefüge
  • pH-Wert
  • Nährstoffgehalt
  • Etwaige Salzbelastung (Ionenaktivität)
  • Etwaige Kontaminationen

Bei den meisten Böden und Substraten kann auf eine eingehende Analyse im Labor verzichtet werden, weil die relevanten Parameter von erfahrenen Experten in der Regel durch eine Begehung, eine „Fingerprobe“ oder die Einordnung in den naturräumlichen und geologischen Kontext in hinreichender Weise ermittelt werden können. Durch unsere jahrzehntelange Aktivität und umfassende Projekterfahrung sind wir mit den Standorten in allen Natur- und Kulturräumen von der Küste bis zu den Alpen, vom Rhein bis zur Oder und weit darüber hinaus bis in andere Klimazonen bestens vertraut.

Lediglich besonders pflanzenfeindliche und extreme Standorte, zu denen z. B. tertiäre Sande der Braunkohlentagebaue, Bergematerial des Steinkohlenbergbaus, technogene Böden, Altlastenstandorte und nicht selten auch Fahrbahnränder (Tausalz!) gehören, bedürfen häufig einer eingehenden bodenchemischen Analyse.

Besonders wichtig ist auch die fachgerechte bauseitige Bodenvorbereitung gemäß DIN 18915. Verdichtungen und glatt abgezogene Böden sind unbedingt zu vermeiden, da sonst der Aufwuchs beeinträchtigt oder verhindert wird!

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern!

Rillen- und Rinnenerosion mit beginnender Grabenerosion, hervorgerufen durch unsachgemäße Entwässerung der oberhalb verlaufenden Straße, fehlende ingenieurbiologische Sicherung des Oberbodens und mangelhafte Begrünung. Durch detaillierte Standortanalysen und ein darauf abgestimmtes Sicherungskonzept können solche Böschungsschäden von Beginn an vermieden werden.

 

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Bei schwierigen Standorten - hier beispielhaft graphische Darstellungen der Nährstoffgehalte pyrithaltigen, nährstoffarmen Abraums aus dem Bergbau - sind Bodenanalysen immer von großem Nutzen für das Begrünungskonzept. Während z.B. die Kaliumversorgung durchweg gut ist, herrscht beim Phosphat eine deutliche Unterversorgung in der Bodenlage ab 20 cm Tiefe. Solche Erkenntnisse sind für die Beurteilung des Wurzelwachstums und der Vegetationsentwicklung und damit für die Auswahl des Begrünungsverfahrens entscheidend.

 

Eine professionelle Beratung vor Ort hinsichtlich der bauseitigen Bodenvorbereitung ist häufig entscheidend für den Begrünungserfolg. Derart glatt abgezogene Böschungen sollten vor allem bei lehmigen und tonigen Böden vermieden werden. Durch das glatte und verdichtend wirkende Abziehen werden Bodenporen verschlossen und die Wasseraufnahmefähigkeit stark reduziert, was das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. Bei Austrocknung des Bodens bildet sich eine krustenartig verhärtete Oberfläche. Das Eindringen der Wurzeln in den Boden ist stark erschwert.

 

Typischer Verlauf einer pH-Kurve mit zunehmender Bodentiefe in technogenen, pyrithaltigen Böden des Bergbaus. Binnen weniger Jahre sinkt der pH-Wert durch die Oxidation schwefelhaltiger Eisendisulfide (Pyrit, Markasit) in den oberen Bodenlagen drastisch ab und erreicht häufig phytotoxische Werte zwischen 2 und 3. Durch geeignete Meliorationsmaßnahmen und standortgerechte Saatgutauswahl können solche Böden erfolgreich rekultiviert und begrünt werden.