1.2 Beachtung der hydrologischen Situation

Die größten Erosionsschäden werden meist durch abfließendes Niederschlagswasser verursacht. Dabei werden Bodenteilchen abgelöst und mit dem Wasser als Transportmedium hangabwärts verlagert. Wasser kann besonders dort angreifen, wo es nicht schnell genug versickert, den Hang hinab fließt und auf leicht ablösbare Bodenpartikel trifft. Daher sind grobkörnige Böden wie Grobsande und Kiese sowie kohärente Böden (Tone) weniger erosionsgefährdet. Nicht nur Niederschlags-, sondern auch Quell- und Hangzugwasser führen immer wieder zu Böschungsrutschungen und massiver Rinnen- und Grabenerosion. Solche Standortverhältnisse erfordern projektindividuelle, z.T. sehr spezielle Maßnahmen.

Anfallendes Oberflächen- und Quellwasser sowie austretendes Sickerwasser sollte möglichst umfassend abgeleitet werden. Dies geschieht durch den Einbau von Sickerschlitzen oder Drainagesystemen, durch Entwässerungsmulden oder Fanggräben.

Der Gefahr der Bodenerosion wird vorgebeugt, indem die Bodenoberfläche dem Angriff des Wassers oder Windes durch eine entsprechende Bodenausformung weitgehend entzogen wird.

Voraussetzungen hierfür sind zum Beispiel

  • eine möglichst flache Gestaltung von Böschungen und Landschaftsbauwerken;
  • das Abrunden von Böschungsoberkanten und sonstigen harten Konturen;
  • die Schaffung einer rauen Bodenoberfläche mit lebhaftem Mikrorelief;
  • die Schaffung von hangparallelen Strukturen bei der Bodenvorbereitung (nach dem Prinzip des "contour farming") 
  • die Beseitigung von Winddüsen im Bereich windgefährdeter Standorte.

Hier gilt als Grundsatz:

Nur eine den Bodenbedingungen erdbautechnisch angepasste Vorgehensweise und eine entsprechend abgestimmte Reliefierung der Problemfläche bietet die Gewähr für den Erfolg eines nachhaltigen Erosionsschutzes durch die Begrünung.