1.3 Beachtung der geologisch-bodenkundlichen Situation

Die Begrünung von humusarmen Rohböden ist in der Regel mit wesentlich höherem Aufwand verbunden als Ansaaten auf Oberböden. Vor allem Nährstoffarmut und die oft grobe Bodentextur, aber auch mikrobielle Sterilität macht die Etablierung von Vegetation auf solchen Standorten zu einer Herausforderung. Kommen noch problematische pH-Werte hinzu (extrem hohe Werte z.B. bei Aschen, Schlacken, Bauschutt , extrem niedrige Werte bei pyrithaltigen, tertiären Sanden), so ist schnell ein ganzer Maßnahmenkatalog an Meliorationsmaßnahmen zu beachten, um einen dauerhaften und gesunden Bewuchs überhaupt zu ermöglichen.

Aus fachlicher Hinsicht sind Rohbodenbegrünungen den üblichen Oberbodenandeckungen meist dennoch vorzuziehen, weil sie mittel- und langfristig bessere erosionsschutztechnische, ökologische und ästhetische Resultate zeitigen. So führen Oberbodenandeckungen häufig zu scharfen Trennschichten zwischen nährstoffreicher Oberbodenauflage und sterilem Unterboden, die Wurzeln oft nicht oder nur unzureichend durchdringen. Dadurch kommt es zu einer nur flachgründigen Durchwurzelung mit der Folge hoher Dürreanfälligkeit und vermindeter Böschungssicherung.