2.3. Ansaaten mit einer Optimierung der Wasserspeicherfähigkeit (Mulchsaaten)

Durch das Ausbringen einer Mulchdecke aus organischen Faserstoffen im Zusammenhang mit Nassansaaten werden Saatgut und Keimlinge vor Witterungseinflüssen wie Austrocknung und Kahlfrösten geschützt. Dadurch werden sowohl der Keimungsvorgang als auch die Vegetationsentwicklung merklich beschleunigt und gefördert. Gerade bei Ansaaten zu kritischen Terminen mit der Gefahr von Dürre (Sommer) oder Früh- und Spätfrösten (Spätwinter, Spätherbst) sind Mulchlagen häufig unverzichtbar. Gehölzansaaten sind ohne angemessene Mulchlagen grundsätzlich nicht erfolgversprechend. Die Mulchschicht wird langsam mikrobiell abgebaut und aktiviert somit zugleich das Bodenleben.

Als Mulchmittel dienen organische Fasern wie Strohhäcksel, Heu, Holzfasern, Zellulose und Baumwolle. Mulchschichten werden in der Regel in einem zweiten Arbeitsgang nach der Ansaat appliziert und mit einem Bodenkleber fixiert. So ist sicher gestellt, dass die Samen auch tatsächlich unter der schützenden Mulchdecke liegen:

  • Hydraulisches Ausbringen des Saatgutes in Kombination mit erforderlichen Zuschlagstoffen
  • Aufbringen der Mulchschicht, die ihrerseits mit speziellen Erosionsschutzmitteln (sog. Haft- oder Bodenklebern) auf der zu begrünenden Fläche fixiert wird.

In der Fachliteratur wird die Verwendung von Langstroh (statt gehäckseltem Stroh) empfohlen (z. B. BEGEMANN & SCHIECHTL 1994, FLORINETH 2004). Langstrohmulch weist zahlreiche Vorteile auf:

  • Bessere Bodenhaftung durch das höhere Gewicht der Halme und die bessere Verzahnung
  • Effektiverer und länger wirksamer Erosionsschutz durch rauere Oberflächenstruktur
  • Wirksamere Isolierung gegen Kälte durch bessere Wirkung der hohlen Langhalme
  • Bessere und längere Rückhaltung von Feuchtigkeit durch dichtere Bodenbedeckung
  • Längere Haltbarkeit, da weniger Angriffspunkte für abbauende Bodenorganismen
  • Sicheres, schnelleres und besseres Keimungsergebnis als Folge der vorgenannten Punkte
  • Rascherer Narbenschluss als Folge der vorgenannten Punkte
  • Vitalere und widerstandsfähigere Grasnarbe als Folge der vorgenannten Punkte
  • Fazit: Raschere, langfristigere, effektivere und zuverlässigere Böschungssicherung durch den Einsatz von Langstroh

Wir empfehlen daher allen planenden Stellen und den Bauunternehmen, bei der Erstellung von Ausschreibungen bzw. der Vergabe von Nassansaaten darauf zu achten, dass als Mulchschicht möglichst ungehäckseltes Langstroh (mindestens 300 g/m²) zum Einsatz kommt – zum Vorteil des Erosionsschutzes und der Qualität der Begrünten Böschungen!