3.3 Beispiel Gehölzansaat

Hinsichtlich einer raschen ingenieurbiologischen Sicherung sind Ansaaten mit Gräser-/Kräutermischungen in ihrer Wirksamkeit solchen mit Saatgut von Bäumen und Sträuchern überlegen. Langfristig stellen Gehölze mit ihrem deutlich tieferen Wurzelwerk und ihrem schützenden Blätterdach jedoch eine besonders effektive Böschungssicherung dar.

Zum Zwecke eines kurzfristigen Erosionsschutzes und eines raschen Begrünungserfolges werden den Gehölzsamen meist geringe Anteile wuchs- und konkurrenzschwacher Ammengräser, Kräuter und Leguminosen zugemischt; die Zugabe von Landschaftsrasen oder ähnlichem Saatgut ist ungeeignet zur Rasenansaat, da dies einen enormen Konkurrenzdruck für keimende und junge Gehölze bedeutete, so dass diese nahezu vollständig unterdrückt würden. Aus demselben Grunde bleiben Gehölzansaaten auf Oberböden und bindigen Rohböden in der Regel ohne Erfolg, weil krautiger Spontanwuchs auf solchen Standorten so gute Wuchsbedingungen vorfindet, dass Gehölze keine Entwicklungschancen haben.

Wichtig ist auch eine ausreichend dicke Mulchschicht (Strohdecksaat), um ein angemessenes Keimungsresultat zu erzielen. In der Fachliteratur werden bis 600 g/m² Strohmulch empfohlen; erfahrungsgemäß ist diese Aufwandmenge für Gehölzansaaten optimal, die Mindestmenge sollte mit nicht unter 400 g/m² bemessen sein.

Siehe auch Kapitel Gehölzansaaten.