3.4 Beispiel Saatgutmischungen

Die meisten Begrünungen lassen sich mit Hilfe weniger Standard-Saatgutmischungen erfolgreich durchführen – abgesehen von Sonderstandorten wie z.B. Binnen- und Küstendünen, Salzwiesen, felsige Standorte, technogene (künstliche) Substrate etc. Wird allerdings das Schwergewicht auf die Anlage einer Vegetationsfläche für eine bestimmte Nutzung oder naturschutzfachliche Aspekte gelegt, dann sind für die jeweiligen Entwicklungsziele mehr oder weniger spezielle Saatgutmischungen oder Verfahren (siehe auch Heumulch- und Heudrusch®-Verfahren) erforderlich.

Um eine fachgerechte und dauerhafte Begrünung zu gewährleisten, müssen die bei der Nassansaat verwendeten Saatgutmischungen auf den jeweiligen Standort abgestimmt sein, Die Tauglichkeit einer Saatgutmischung hängt nicht nur von deren Standorteignung, dem ökologischen Verhalten der enthaltenen Arten und der Zuordnung zu einer bestimmten Pflanzengesellschaft ab; von Bedeutung ist auch eine harmonisch aufeinander abgestimmte prozentuale Gewichtsverteilung, welche die oft stark unterschiedlichen Tausendkorngewichte der einzelnen Arten berücksichtigt.

In der Regel werden Saatgutmischungen aus Gräsern und Kräutern zertifizierter Saatgutlieferanten mit breiter ökologischer Amplitude eingesetzt. Zunehmende Bedeutung erlangt erfreulicherweise die Begrünung mit gebietseigenem Saatgut, welche die problematische Überformung der lokalen Flora durch einheitliche Zuchtsorten ausschließt (siehe Heumulch- und Heudrusch®-Verfahren).

Hinsichtlich geeigneter Rasenmischungen für unterschiedliche Standorte und Entwicklungsziele wird auf die Empfehlungen für ,,Regel-Saatgut-Mischungen Rasen RSM" hingewiesen. Der Arbeitskreis ,,Regel-Saatgut-Mischungen" der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) legt in einer ständig aktualisierten Broschüre die fortgeschriebenen Empfehlungen für die Regel-Saatgut-Mischungen Rasen vor. In dieser Broschüre werden die jeweils am besten geeigneten Rasenmischungen der zur Zeit zugelassenen Gräserarten und -sorten für unterschiedliche Standortbedingungen nach dem neuesten Stand der Forschung und den anerkannten Regeln der Technik zusammengestellt.