Von Jürgen Bender

Anlehnung an den Vortrag beim Seminar „Renaturierungstechnologien der Alfred Toepfer- Akademie für Naturschutz“ in Schneverdingen.

Während die Naturschutzgesetzgebung mit dem Instrument des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatschG) auf den Erhalt der natürlichen Pflanzenvielfalt ausgelegt ist, steht das Saatgutverkehrsgesetz nicht im Einklang mit diesem Grundsatz. In Deutschland werden jährlich einige Tausend Hektar Landschaftsfläche im Zuge der Kompensation von Eingriffen begrünt. Zur Vermeidung einer genetischen Vereinheitlichung unserer wiesen- und rasenartigen Pflanzengesellschaften durch das Ausbringen einheitlicher Zuchtsorten von der Nordsee bis zu den Alpen müssen standortgerechte Begrünungsverfahren mit gebietseigenem Saatgut dringend gefördert werden.

Nicht nur Ingenieur- und Architekturbüros, sondern auch verantwortungsbewusste Begrünungsunternehmen stehen in der Pflicht, die bestehenden Möglichkeiten zur Verwendung von gebietseigenem Saatgut zu nutzen. Welche Begrünungsmethode zum Einsatz kommt, hängt von der Größe und Qualität der zur Verfügung stehenden Spenderflächen und den Standortbedingungen der Begrünungsfläche ab.

So kommt es beispielsweise auf den Anteil an organischer Substanz (Oberboden/Rohboden), die Mächtigkeit des durchwurzelbaren Bodens, die Bodenart, bodenchemische und hydrologische Kennwerte etc. an. Klimatische, aber auch geologische Voraussetzungen spielen eine geringere Rolle, da bei naturnahen Verfahren die Gewinnungs- und Begrünungsfläche im selben Naturraum liegen. Aber auch mikroklimatische Parameter wie Höhenlage oder Belichtungsverhältnisse müssen berücksichtigt werden. Sofern eine erosionsschutztechnische Sicherung der Rekultivierungflächen erforderlich ist, müssen Parameter wie Böschungshöhe, Neigung, Bodenkohäsion, Windstärke etc. herangezogen werden.

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