Verfahren für naturnahe Rekultivierungsmaßnahmen

Heumulchsaat: Ausbringung von samenhaltigem, frischem Aufwuchs oder Heu von einer geeigneten Spenderfläche.

Heudrusch®-Saat: Ausbringung eines Saatgutgemisches, das von einer geeigneten Spenderfläche mit einem speziellen Dreschverfahren gewonnen wurde und mit Druschresten aus Blättern, Stängeln und Spelzen vermischt ist.

Ökotypensaatgut: Saatgut aus genau definierten Herkünften; es darf nicht mit Saatgut anderer Herkünfte vermischt werden. Ökotypensaatgut wird entweder aus natürlichen Vorkommen gesammelt, oder es stammt aus regionalen Zuchtbeständen.

Ansaat mit Heublumen: Eine sehr alte, in begrünungstechnischer Hinsicht unsichere Methode, bei der Samen, welcher aus in Scheunen eingelagertem Heu ausfällt, gesammelt und ausgesät wird. Dieses Verfahren wird heute nicht mehr angewendet.

Grünlandboden: Aufbringung samen- und wurzelhaltiger Böden auf eine zu begrünende Fläche. Die "Spenderböden" werden Flächen mit einem dem Begrünungsziel entsprechenden Vegetationsbestand entnommen. Das Ausbringen von geringen Mengen wird als „Impfung“ bezeichnet.

Sodenverpflanzung: Entnahme lebender Soden von geeigneten Spenderflächen und Übertragung auf die zu begrünende Fläche. Bei dieser Methode wird zwar die komplette Vegetationsgemeinschaft übertragen, sie ist aber sehr aufwändig und daher finanziell meist nicht realisierbar. Außerdem wird die Vegetation auf den Spenderflächen zerstört, weshalb nur solche in Frage kommen, die baulich ohnehin verändert werden (z.B. Deichrückverlegungen).

Generell hat jedes Verfahren seine Vor- und Nachteile, die gegeneinander abzuwägen sind. Hinzu kommt die Problematik der Verfügbarkeit. Zieht man ökonomische und ökologische Aspekte in Erwägung, so sind die beiden erstgenannten Verfahren zu favorisieren. Heumulch- und Heudrusch®-Verfahren zählen daher inzwischen zu unserem Alltag in der Begrünungspraxis. Es ist abzusehen und zu hoffen, dass sich diese Verfahren in der Rekultivierung weiterhin einer deutlichen Zunahme erfreuen werden.